ⓒ Matthias Kraft

Antrag: Konzept für städtische Friedhöfe

Hinweis: In der Kategorie Kolumne bieten wir eine Plattform für einzelne Mitglieder:innen, ihre ganz persönliche Meinung - durchaus auch einmal sehr pointiert - zu äußern und zu veröffentlichen. Dabei handelt es sich aber weder um die offizielle Meinung der Fraktion noch des Ortsverbands.

Antrag

  1. Die Verwaltung wird beauftragt zusammen mit einem externns Büro (Landschaftsarchitekt), für den Friedhof Mühldorf Stadt ein Begrünungskonzept zu entwerfen.
  2. Die Verwaltung wird weiterhin beauftragt, für die städtischen Friedhöfe ein Konzept zu entwerfen, das künftig auch alternative Bestattungsformen (z.B. Baum-/Wiesenbestattungen) ermöglicht und in die derzeitigen Friedhöfe integriert, sowie den geänderten Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht. 

Die Stadt Mühldorf soll zudem künftige Bestattungsformen auch auf deren Website beschreiben. Die Friedhofssatzung soll angepasst werden.

Begründung

Es zeigt sich in den vergangenen Jahren eine klare Tendenz, dass sich die Anforderungen und Wünsche von Hinterbliebenen an einer Grabstätte bzw. einem Friedhof geändert haben. So wünscht man sich:

  • Individualität
  • Natur, Alte Baumbestände
  • aufgelockerte, nicht zu enge, unsymmetrische Anordnung der Gräber
  • intime Rückzugsräume zur privaten Trauer und Sitzgelegenheiten
  • Pflegeleichtigkeit und Entpflichtung von der Pflege
  • Ruhezonen und Sauberkeit
  • Geringe (Folge-) Kosten

Die Stadt Mühldorf kommt diesen Wünschen mit dem derzeitigen Angebot nicht entgegen. 

Daher muss ein zukunftsgerichtetes Friedhofskonzept aufgestellt und verabschiedet werden. Dabei ist zu berücksichtigen, wie viele “normale” Grabstätten bereits aufgelöst geworden sind bzw. welche Tendenz sich erkennen lässt. Alternative Bestattungsformen sind zu finden und in die derzeitigen Friedhöfe zu integrieren. Die Friedhöfe sollen Orte des Verweilens sein bzw. werden. Das Grau in Grau des Friedhofs Mühldorf-Stadt soll weichen, aufgegebene Grabstätten sollen nicht durch Riesel ersetzt werden; der Friedhof Mühldorf-Stadt soll künftig durch ein sauber geplantes Begrünungskonzept aufgewertet werden. 

Ad 1

Der Stadtfriedhof ist weitgehend unbegrünt. Die inzwischen zahlreichen ungenutzten Grabflächen sind meist nur mit Kies bedeckt. Höchst gelegentlich wurde ein Buchsbaum gesetzt. Es gibt vier zentrale Bänke und keinen nennenswerten Baumbestand, der Schatten spenden könnte. (s. Bildmaterial im Anhang)

Angesichts des offensichtlich geringer werdenden Platzbedarfs im Stadtfriedhof ist es angebracht, die Freiflächen sinnvoll zu nutzen, zu begrünen und vor allem auch Bäume anzupflanzen. Ziel muss es sein, ein verweilen auf dem Friedhof möglichst angenehm zu gestalten. 

Hierzu bedarf es unseres Erachtens eine langfristige Planung, die mit unabhängiger Hilfe gestaltet werden sollte.

Ad 2

Die Friedhofsatzung der Stadt Mühldorf ist aus dem Jahr 2007. Diese lässt derzeit folgende Bestattungsformen zu:

  1. Reihengrabstätten 
  2. Wahlgrabstätten 
  3. Urnengrabstätten 
  4. Arkaden, jedoch nur im Friedhof Mühldorf-Stadt.

Städte und Gemeinden um Mühldorf haben in den vergangenen Jahren bereits ihr Friedhofskonzept an die geänderten Bedürfnisse angepasst und bieten den Bürgern Alternativen an. So kann in Waldkraiburg auch eine naturnahe Urnen-Bestattung (Baum- oder Rosenbestattung) als Bestattungsform gewählt werden. In Altötting wird ein Urnengrabfeld (Wiesenbestattung) künftig angeboten.

Nur durch ein klares zukunftsgerichtetes Friedhofskonzept werden wir 

  • einer weiteren Abwanderungen von Beisetzungen aus bestehenden Friedhöfen und auch sinkenden Gebühreneinnahmen entgegenwirken
  • die Zunahme von Freiflächen innerhalb der Friedhöfe gut nutzen
  • den Erhalt unserer Friedhöfe langfristig sichern
  • und unseren Mühldorfern Bürgern alternative Bestattungsformen bieten können.

Verwandte Artikel