ⓒ Matthias Kraft

VERKEHR

Staus und stinkende Blechlawinen sind auf Mühldorfs Straßen – vor allem in den Stoßzeiten – zu einem alltäglichen Übel geworden. Wir GRÜNE wollen den Trend zur „autogerechten Stadt“ nicht mitmachen, sondern fordern eine echte Verkehrswende. Dafür braucht es vor allem attraktive Alternativen, die die Menschen zum Umsteigen auf andere Verkehrsmittel motivieren. 

Fuß- und Radverkehr 

Die eigenen Füße und das Fahrrad sind die günstigsten und umweltfreundlichsten (und manchmal sogar die schnellsten) Verkehrsmittel. Hier sind wir alle gefragt, und wir sollten uns öfter überlegen, ob wir für den Weg zum Einkaufen, zur Arbeit oder zum Sport wirklich das Auto brauchen. Wir GRÜNE machen uns stark für

Sichere Fußwege

Wir setzen uns ein für verbesserte Barrierefreiheit am Stadtplatz, mehr Zebrastreifen (z. B. bei der Einmündung der Gassen in den Stadtplatz, beim Restaurant Meteora, zwischen Gymnasium und Loscherparkplatz, am Spielplatz an der Salzburgstraße in Mühldorf-Nord….)

Eine „Radoffensive“

Leider wird uns in Mühldorf das Radfahren schwergemacht – zum einen durch den Stadtberg, der ohne Elektroantrieb kaum zu bezwingen ist, aber vor allem durch die völlig unzureichenden und unsicheren Radwege, die mit beitragen zu schweren Verkehrsunfällen. Wir fordern:

  • Den raschen Ausbau des Radwegenetzes: Ausreichend breite, möglichst beidseitige Radwege, Trennung vom Auto-, aber auch vom Fußgängerverkehr. Priorität haben die Wege von und zu den Schulen, die für die Kinder sicher werden müssen. Außerdem durchgängige Radwege an der Münchner Straße, Töginger Straße, Weiterführung des Radweges an der Altöttinger Straße, der an der Mainstraße abrupt endet…..
  • Klare Kennzeichnung der Radwege, gerade auch bei Mischverkehr mit Fußgängern (z. B. auf der Innkanalbrücke, an der Bischof-von-Ketteler-Straße).
  • Mehr und sichere Radspuren gegen den Einbahnverkehr: z.B. in der Weißgerberstraße bis zum Nagelschmiedturm und dahinter bis zur Luitpoldallee; der aktuelle Radweg am Stadtplatz muss sicherer werden.

Einen Schrägaufzug am Stadtberg,

der allen Menschen zugutekommt, die zu Fuß, mit dem Rad, Rollator, Kinderwagen oder Rollstuhl unterwegs sind. Solch einen Aufzug gibt es bereits in mehreren Städten, z.B. in Traunstein.

ÖPNV

Der Öffentliche Nahverkehr fristet in Mühldorf bisher ein Schattendasein. Kürzlich hat die Stadt den Auftrag für ein öffentliches Busangebot für 10 Jahre neu ausgeschrieben. Damit sollen endlich das Einzugsgebiet und die Häufigkeit des Busangebots ausgeweitet werden. Allerdings wurde die Chance für umweltfreundliche Fahrzeuge leider vertan. Hinzu kommt, dass die Haltestellen z. T. völlig nutzer-unfreundlich angelegt sind (z.B. kein Halt beim Einkaufszentrum an der Bürgermeister-Hess-Straße) und dass die Fahrgäste auf Rundkursen lange herumkutschiert werden sollen, bevor sie ihr Ziel erreichen. 

Die Alternativvorschläge von uns GRÜNEN wurden leider im Stadtrat überstimmt. Zukünftig darf so etwas nicht mehr passieren! Unsere Forderungen lauten:

  • Neuausschreibung des ÖPNV-Pakets mit deutlicher Verbesserung des Leistungspakets und umweltfreundlichen Fahrzeugen;
  • Eine Öffentlichkeitskampagne, um die Menschen zum Umstieg auf den Bus zu motivieren;
  • Zusätzlich Einrichtung von Rufbussen/Ruftaxis, insbesondere abends und am Wochenende;
  • Nachtbusse am Wochenende zu festen Uhrzeiten, die auch ins Umland fahren (zumindest testweise).

Verkehrsberuhigung

  • Shared Space“ z. B. am Stadtplatz: Nach diesem Konzept, das in mehreren Kommunen schon erfolgreich praktiziert wird, sind alle Verkehrsteilnehmer*innen – ob zu Fuß, mit dem Rad oder Auto – gleichberechtigt. Dies trägt zu mehr Rücksichtnahme und behutsamer Fahrweise bei und verbessert die Aufenthaltsqualität, vor allem in den Innenstädten. Dies könnte auch für Mühldorf eine interessante Alternative sein.
  • Tempo 30-Zonen ausweiten: In allen Wohngebieten wollen wir Tempo 30 einführen, um Lärm und Abgase zu vermindern und mehr Sicherheit zu schaffen. In Straßen, wo häufig zu schnell gefahren wird (z. B. Mulfingerstraße in Mühldorf-Nord, Oderstraße im Süden) sollen Barrieren oder Schwellen eingebaut werden, die die Autofahrer*innen zu einer angepassten Fahrweise motivieren. Manche Straßen, die nicht für den Durchgangsverkehr geeignet sind (z. B. Lorenz-Strobl-Straße) müssen zu Anliegerstraßen werden.
  • Neubaugebiete: Bei der Planung von Neubaugebieten sollte von vornherein auf Verkehrsberuhigung, Reduzierung von Parkflächen und genügend Platz für Fuß- und Radverkehr sowie gute ÖPNV-Anbindung geachtet werden.